Gefangen im Eis Grönlands

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Ostgrönland – Eisberg. Foto: Hasse

Edgar S. Hasse

 Nichts geht mehr. Wir stecken im Eis fest, mitten in der Nacht. Der russische Kapitän Yaroslaw Gonta lässt die Suchscheinwerfer anknipsen: Endlose Treibeisfelder stoppen die Weiterfahrt der „Sea Spirit“ durch das größte Fjordsystem der Erde, den Scoresby-Fjord. Die bis zu 2000 Meter hohen, schneebedeckten Berge an der Ostküste Grönlands kappen jeden Funkkontakt – Internet und Telefon gibt es schon seit Tagen nicht mehr.

Am Morgen noch hatte der Kapitän auf der Brücke mitten im September Weihnachtslieder gesungen. Es rieselte der erste Schnee vom arktischen Himmel herab, an dem drei Tage zuvor gegen Mitternacht Polarlichter zu sehen waren. Und nun: Grönland – ein Winterwonderland. Von der entspannten Stimmung ist jetzt nichts mehr zu spüren. „Wäre ich doch nur in der Karibik unterwegs“, sagt der Seemann aus der Schwarzmeermetropole Odessa. Und er meint es ernst.

Die gut 100 Passagiere genießen trotzdem die Zwangspause. Sie lassen sich bei der „stuck in the ice party“ den Whisky mit Gletschereis servieren und gucken in der Schiffsbibliothek Urlaubsfotos an. Einer fotografiert sogar per Drohne. Digitale Kleinode einer atemberaubenden Seereise zum größten Nationalpark der Erde. Fest gebucht: Polare Natur pur – und die Hoffnung, Eisbären zu sehen.

Passagiere erkunden abgelegene Regionen

Zehn Tage dauert der Törn auf der 90 Meter langen „Sea Spirit“ von Island in die bis zu 2000 Meter hohen grönländischen Fjorde. Das Schiff gehört, 1991 als „Renaissance V“ gebaut, zur russischen Reederei Poseidon Expeditions. Es verfügt über eine Eisklasse für polare Regionen und ist das kleinste deutschsprachig geführte Expeditionsschiff.

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Sea Spirit   Foto. hasse

Mit Zodiacs, den vielfach bewährten Schlauchbooten, finden auf dieser Reise rund 20 Anlandungen statt. So erkunden die Passagiere abgelegene Regionen der ostgrönländischen Tundra, die nur sehr selten von Menschen erreicht werden. Rote Polar­jacken, die jeder Gast erhält, schützen vor der Kälte. Die Temperaturen liegen im Spätherbst ohnehin um den Gefrierpunkt. Der Winter beginnt. „Wer“, raunt ein Passagier bei der Eisparty, „soll uns hier rausholen, wenn wir längere Zeit festsitzen?“ Vielleicht, scherzt einer, kann Felicity Aston weiterhelfen. Sie ist die erste Frau der Welt, die 70 Tage allein auf Skiern in der Antarktis bis zum Südpol unterwegs war. Die 34-jährige Britin fährt bei diesem Törn als Vortragsreisende mit und weiß, wie man im ewigen Eis überleben kann.

Erst tauchen Delfine auf, dann die ersten Eisberge am Horizont

Man muss schon etwas abenteuerlustig sein, um eine solche Schiffsreise zu unternehmen. In der isländischen Hafenstadt Akureyri waren wir an Bord gegangen. Bei der eintägigen Passage durch die wegen ihre Stürme gefürchtete Dänemark-Straße sahen wir Delfine und Sturmmöwen, bis die ersten Eisberge am Horizont auftauchten – bizarre Kunstwerke, geformt aus Wind und Wellen. Unter dem Wasser schimmerten sie blau, bis sie im Sonnenlicht über dem Wasser pittoresk weiß strahlende Formen entfalteten.

„Gruppe A“, tönt eine Stimme aus den Lautsprechern. Am zweiten Tag an Bord heißt es: Fertigmachen für den ersten Landgang. Rettungsweste, Gummistiefel, Polarjacke – und dann ab in die Schlauchboote. Dmitri, der russische Biologe, startet den Motor, und nach rasanter Fahrt erreichen wir die Mückenbucht (Myggbukta). Sie heißt deshalb so, weil im Sommer Myriaden von Moskitos die Gegend bevölkern. Jetzt ist die Tundra herbstlich gefärbt und alle Gäste steuern zielstrebig eine unbewohnte Hütte an, vor der Moschusochsen-Knochen liegen.

Die einsame Gegend ist für die Dänen zum nationalen Symbol geworden: Im Jahr 1931 besetzten norwegischer Pelzjäger die Bucht, hissten ihre Nationalflagge und beanspruchten das Gebiet für Norwegen. Dänemark fühlte sich provoziert und übergab den Fall an den Internationalen Gerichtshof in Den Haag. Am Ende bekam Dänemark recht. Bis heute gehört Grönland – mit seinen 56.000 Einwohnern und einer Fläche von 2,1 Millionen Quadratkilometern die größte Insel der Erde – zu Dänemark.

Nach der Nacht im Eis bricht ein neuer Morgen an. Es scheint, als könnte es einen Weg durch die Treibeisfelder geben. Wie in Zeitlupe navigiert Kapitän Gonda durch das Eis, wir wollen endlich heraus auf die offene See. Unser Ziel: die Inuit-Siedlung Ittoqqortoormiit. Insgesamt 15 Stunden lang wird der Kapitän auf der Brücke stehen und uns schließlich wohlbehalten aus der Treibeiswüste herausbringen.

45 Thailänder sind an Bord, die zum ersten Mal Schnee sehen

Die Gäste nutzen die langsame Fahrt, um zu dösen oder Fotos anzuschauen. Eine Gruppe von 45 Thailändern hat diese Reise ebenfalls gebucht. Die meisten von ihnen ­sehen in diesen Tagen zum ersten Mal Schnee und zeigen stolz ihre Selfies, mal mit selbst gebautem Schneemann, mal mit dem Waltershausen-Gletscher im Hintergrund.

Dieser elf Kilometer lange und etwa 20 Meter hohe Gletscher lässt alle Passagiere staunen. Er wurde nach dem deutschen Geologen Wolfgang Sartorius von Waltershausen benannt, der die Fjorde in der Mitte des 19. Jahrhunderts erkundet hatte. Vorsichtig nähern sich die Zodiacs in respektvollem Abstand der Gletscherwand, als die ersten Thailänder zu schreien beginnen. Tatsächlich brechen auf einmal riesige Eisbrocken ab und stürzen in die Tiefe. Langsam baut sich im Wasser eine nicht ganz ungefährliche Tsunami-Welle auf, zum Glück sind wir weit weg, sodass keines der Boote kentert.

„So etwas“, sagt Anja Erdmann, „habe ich noch nicht gesehen. Das war wirklich sehr eindrucksvoll.“ Die 38-Jährige arbeitet seit vielen Jahren als Expeditionsleiterin für Poseidon Expeditions, kennt die Arktis genauso wie die Antarktis. Ihre Liebe zu den polaren Regionen begann für die Cottbuserin hier, in Grönland. Sie spricht fließend Grönländisch und gibt den Passagieren einen Crashkurs in dieser Sprache. „Wenn wir nach Ittoqqortoormiit kommen, sollen wir immer freundlich lächeln und gern auch ‚Krüanak‘ sagen. Das heißt „Danke“.“ Die Expeditionsleiterin spricht den langen Ortsnamen so routiniert aus, als würde sie Doberlug-Kirchheim sagen. „Mich“, sagt die leitende Reederei-Angestellte, „fasziniert an der Arktis die Mischung aus Natur, Kultur und Begegnung mit den Menschen.“

So vergehen die Tage an Bord mit ganz eigenem Rhythmus. Landeskundliche Vorträge, Anlandungen und feste Essenszeiten im Restaurant prägen den Ablauf. Morgens hört man einen Vortrag über die Sitte der Grönländer, tote Krabbentaucher in ein Robben- oder Walrossfell einzuwickeln, sechs Monate lang im Strand zu verbuddeln und danach zu verspeisen. Diese mumifizierte Vogelart schmecke dann wie Käse, sagen sie. Und abends servieren die Kellner Fisch- und Fleischgerichte gehobenen Standards. Ohne heimische Spezialitäten.

Die Menschen in Ittoqqortoormiit leben vom Walfang und Tourismus

Die Fahrten durch den Kaiser-Franz-Joseph-Fjord und den König-Oskar-Fjord mit den von 2000 Meter hohen Bergen umgebenen Alpefjord lassen die Zeit vergessen und einzigartige Augenblicke und Stunden erleben. Zum Beispiel die Polarlichter, die als solares Feuerwerk über den klaren nächtlichen Himmel huschen und die schlummernden Passagiere auch nach Mitternacht auf die Decks locken. Oder wie die Sonne bei glasklarem Himmel hinter den Bergen untergeht und die Sterne in der spiegelglatten See funkeln.

Die Polarreisenden schauen durch ihre Ferngläser, um vielleicht den einen oder anderen Eisbären auf einer Scholle oder an Land zu sehen. Aber diese Reise bietet leider kaum Gelegenheit, Tiere zu sichten. Vögel sind genauso so selten wie die imposanten Moschusochsen. Wer das Glück hatte, einen Polarfuchs und einen Polarhasen zu fotografieren, zeigt die Bilder mit einem Stolz, als würde es sich dabei um kleine Reliquien handeln.

Sollte Ittoqqortoormiit die Wende bringen? Nach einer ruhigen Nacht, in der gefühlt zum 20. Mal derselbe Film des Polarforschers Arved Fuchs im Bord-TV gezeigt wird, taucht die Siedlung schemenhaft im Nebel auf. In dem „Ort mit den großen Häusern“, so heißt der Name übersetzt, leben rund 450 Einwohner, darunter 54 Schulkinder. Die Siedlung gilt zusammen mit Quaanaaq als die isolierteste Siedlung Grönlands. Die Menschen leben vom Walfang und neuerdings auch vom Tourismus. Als wir anlanden, herrscht große Aufregung im Dorf. Ein Eisbär war mitten ins Dorf gelangt, hatte auf der Müllkippe nach Essbarem gesucht und danach die Flucht vor bewaffneten Männern ergriffen. Sie wissen, dass in der ganzen Arktis nur doch rund 30.000 Eisbären leben. Sollten die Tiere aber Leib und Leben der Einheimischen akut bedrohen, werden sie erschossen.

Junge Männer fahren derweil in ihren Quads über die holprigen Steinstraßen und grüßen die Tagestouristen auf Grönländisch: Sie ziehen die Augenbrauen nach oben. Wären sie nicht unterwegs, um Handwerker-Touren zu machen, der Ort wirkte wie ausgestorben. Selbst die Schlittenhunde dämmern seelenruhig vor sich hin. Touristen und Tiere bleiben in sicherer Distanz, als ahnten es die Hunde: Jedes Tier, das einen Menschen beißt, wird sofort erschossen.

Oben auf dem Berg stehen zwei Inuit, ein Fernglas in der Hand. Ihr Blick ist auf einen Punkt ganz in der Ferne gerichtet. Es ist der Eisbär auf Nahrungssuche. Ob er heute noch lebt, das wissen allein die Leute von Ittoqqortoormiit.

Tipps & Informationen

Anreise: Nonstop mit Icelandair, Germanwings oder Air Berlin in die isländische Hauptstadt Reykjavik. Am nächsten Tag folgt eine sechsstündige Busfahrt in die Hafenstadt Akureyri.

Pauschal: Die nächste Reise nach Ostgrönland mit der „Sea Spirit“ findet vom 13. bis 23. September 2016 statt. Ein- und Ausschiffung ist in Reykjavik. Von Island aus geht es über die Dänemarkstraße in den Scoresbysund nach Ostgrönland, Preis ab 3395 Euro, www. poseidonexpeditions.de

(Die Reise erfolgte mit Unterstützung von Poseidon Expeditions.)

veröffentlicht: Hamburger Abendblatt, 25.5.2016

Weihnachten als Ereignis und Fest

Theologische und  medienwissenschaftliche Erwägungen

(Mein Betrag: Nordelbische Stimmen, 2011)

Weihnachten, das „Fest aller Feste“ (Manfred Josuttis), impliziert eine Vielzahl von Deutungen. Sie umfassen christologische, inkarnatorische Glaubensinhalte genauso wie pagane Relikte und moderne Umformungsprozesse zum jahreszyklisch zentralen Familienfest  mit dem am Heiligen Abend exzessiv praktizierten Ritual des Schenkens, das auf eine Stabilisierung der familialen und sozialen Interaktionen zielt. Aus empirischer Perspektive erodiert in der Gegenwart der christliche Kern des Weihnachtsfestes und verschwindet die Inkarnationsmetapher aus der öffentlichen Wahrnehmung.[1] Diese Entwicklung ist im Zusammenhang mit einer sukzessiven Veränderung der modernen Festkultur zu betrachten, bei der nicht mehr der Ursprungsmythos des Festes im Mittelpunkt steht, sondern das erlebnis- und eventorientierte Feiern. Tradierten Festen droht deshalb der Verlust der Sinnbezüge.[2]

Verweist das Weihnachtsfest aus kulturwissenschaftlicher Sicht als Medium kollektiven Gedächtnisses[3] in Gemeinschaft stiftender Funktion mit seiner religiösen Basisstory auf die heilige, transzendentale Dimension, dreht sich in der säkularisierten Eventfixierung vieles um Kommerz und exzessives Feiern. Praktische Theologie als Wahrnehmungswissenschaft steht vor der Aufgabe, diesen heortologischen Wandel in den Blick zu nehmen und Konsequenzen für kirchliches Handeln zu ziehen. Dazu soll hier ein Beitrag geleistet werden. Nach Distinktionen zum Ereignisbegriff in der hermeneutischen Theologie folgen Beobachtungen der Ereignisdimension im Kontext der Mediengesellschaft und schließlich handlungsorientierte Ableitungen. Die These ist, dass die kulturhermeneutische Wahrnehmung von Weihnachten als Ereignis und Event Potenzial entfalten kann, Impulse für Liturgie und Homiletik zu gehen.

  1. Ereignis – Zur Etymologie

Anders als der eher starre deutsche Begriff Fest evoziert das Wort „Ereignis“ im etymologischen Rückgriff eine semantische Nähe zur Phänomenologie[4], geht es doch auf die neuhochdeutschen Verben „eräugen“, „etwas zeigen“, „etwas vor Augen bringen“ zurück. Doch mehr noch als im Deutschen drückt das Lateinische „evenire“ (eventum=das, was herauskommt) jenes konstitutive Element der Bewegung und Dynamik aus, das an einen Geburtsvorgang erinnert. Die phänomenologische Erkundung präzisiert den Begriff nun dahin gehend, dass zum Wahrnehmen von Ereignissen ein je individuelles und kollektives Auffassen, Erleben und Erfahren – und dem lateinischen Wortsinn entsprechend – Widerfahren inkludiert werden kann, bei dem Momente der Auffälligkeit, des Unerwartetseins, der nachhaltigen Veränderung einer Situation und der (nicht beliebig möglichen) Wiederholbarkeit wichtig sind.[5] Die allgemeine Rede von Weihnachten als Ereignis eröffnet daher bereits auf der Begriffsebene einen Aktualitäts-, Dynamik-, Erlebnis- und Relevanzbezug, der mit der dichten Beschreibung als Fest nicht zu erzielen ist. Wer daher Weihnachten als Ereignis – und in trivialpopularer Form als  „Event“ – begeht, legt das Gewicht auf den Vollzug des aktualen Erlebens und nicht mehr ausschließlich auf das kulturell basale Element der Erinnerung.

  1. Theologische Distinktionen

In der Sprache der hermeneutischen Theologie, locus classicus der theologischen Rede vom Ereignis, wird jenes aktuale, präsentische Element – mutatis mutandis –  mit der existentialen Kategorie des „Augenblicks“ zum Ausdruck gebracht. In Rudolf Bultmanns präsentischer Eschatologie wird der aktuale, individuale Aspekt der „Vergegenwärtigung“ des historischen Faktums der Geburt Jesu deutlich, wenn er schreibt, „dass wir an Weihnachten jene eigentümliche Paradoxe feiern, dass ein historisches Ereignis zugleich das ‚eschatologische‘ Ereignis ist“.[6] Festzuhalten bleibt an dieser Stelle zunächst, dass Übereinstimmungen zwischen einem säkular virulenten und einem theologisch gedeuteten Ereignisbegriff bei aller Äquivokation bestenfalls in formaler Analogie bestehen können[7], die sich in den je verschieden interpretierten Faktoren der Bedeutsamkeit, der Aktualität und räumlichen, zeitlichen und individuellen Nähe zeigen.

  1. Weihnachten als mediales Ereignis

Evident ist der Ereignischarakter des Christfestes insbesondere im Blick auf die Mediengesellschaft[8], die das Christfest auf allen Kanälen kommuniziert – von den Printmedien bis zum Fernsehen. Medien bestimmen die öffentliche Agenda, indem sie Aussagen aus der Flut von Informationen selektieren; sie berichten grundsätzlich über Stellungnahmen, Themen – und Ereignisse. Dabei ist Weihnachten nicht nur ein „Thema“ unter vielen, sondern angesichts der gesellschaftlichen Omnipräsenz ein Ereignis, das zum jeweiligen Zeitpunkt hochrelevant und aktuell ist sowie über einen erkennbaren Anfang und ein absehbares Ende[9] verfügt. Die Medien berichten darüber in Meldungen und Reportagen, übertragen Christmetten aus den Kirchen und setzen sich mit dem Fest in Leitartikeln und Kommentaren auseinander. Weil auf Weihnachten die klassischen Nachrichtenfaktoren und journalistischen Selektionskriterien wie „Bedeutsamkeit“, „räumliche“ und „zeitliche Nähe“ sowie „Eindeutigkeit“ zutreffen, wird es als Ereignis – und nicht nur als journalistisch relativ beliebiges Thema –  medial rezipiert und inszeniert.  In der Hierarchisierung des Bedeutungsgrades von Ereignisses kann das Christfest sogar als „Schlüsselereignis“ verstanden werden, weil es über den in der Adventszeit die Frequenz der Berichterstattung intensivierenden „Schwellenfaktor“ verfügt und journalistische Berichtsroutinen angesichts dieser Relevanz verändern kann. Konkret heißt das: Während Massenmedien sonst für Dramatisierung, Skandalierung und Irritation im gesellschaftlichen Diskurs sorgen[10], publizieren sie zum Fest regelmäßig Appelle, zur Ruhe zu kommen. Oder – wie seit Jahren die „Bild“-Zeitung in ihrer Weihnachtsausgabe – „nur gute Nachrichten“. Und das, obwohl sonst  die Maxime gilt: „bad news are good news.“

Dieses Schlüsselereignis ruft alljährlich auch den  Bundespräsidenten auf den Plan. Seine Weihnachtsanspruche im öffentlich-rechtlichen Fernsehen wird zum vielfach kommunizierten TV-Ereignis. Die Ansprache von Christian Wulff am 25. Dezember 2010, die erstmals vor 200 ins Schloss Bellevue geladenen Bürgern aufgezeichnet wurde, verfolgten mehr als sechs Millionen ARD-Zuschauer. Angesichts dieses medialen Befundes steht außer Frage, dass die Gesellschaft Weihnachten nicht nur als Medium kollektiven Gedächtnisses und als zentrales Fest der Familie feiert, sondern aktual und erlebnisorientiert inszeniert und facettenreich „vor Augen bringt“. Weihnachten ist somit zum massenmedialen Ereignis geworden. Die bloße Erinnerungskultur und der gefühlsaffine Rückzug in das heimische Wohnzimmer als „Privatkathedrale der Individualreligiosität“[11] findet folglich ihre Ergänzung – und zuweilen ihren Ersatz – in der aktualen Ereignis- und Erlebnisdimension.

  1. Weihnachten als Event

Gehört zum Fest als Kategorie der kollektiven Zeiterfahrung und intendierten Unterbrechung des Alltags neben dem Ursprungsbewusstsein auch die Ästhetik der Festkultur und das gemeinschaftliche Feiern[12], so dominiert bei einem Event die Form über dem Inhalt – mehr noch: der Inhalt wird beliebig. Weihnachten als Event lässt sich in der Gegenwart dort beobachten, wenn auf den vielen Weihnachtsmärkten sich alles um Punsch, Promille und Kommerz dreht und in Endlosschleifen die ewig gleichen englischsprachigen Weihnachtslieder aus den Lautsprechern tönen. Aber auch in familialen und jugendkulturellen Kontexten ist der Wandel vom Fest zum Event und damit zur sinnentleerten Party mit exzessiven Zügen im Essen und Trinken zu beobachten. Dass diese Entwicklung kulturhermeneutisch ernst zu nehmen ist, bekräftigen neue demoskopische Daten, nach denen  drei von zehn befragten Deutschen nicht wissen, warum eigentlich Weihnachten gefeiert wird.

  1. Konsequenzen für kirchliches Handeln
  1. Das Verständnis von Weihnachten als massenmedial inszeniertes Ereignis und als Event leistet einen kulturhermeneutischer Beitrag zur Deutungspluralität des Christfestes unter den Bedingungen der modernen Mediengesellschaft. Wer als PredigerIn die ereignishafte Ubiquität und Omnipräsenz – von den Weihnachtsmärkten und -feiern bis zu Kitsch, Kommerz und trivialer TV-Unterhaltung – wahrnimmt, bekommt die Diversifikation der gesellschaftlichen und individuellen Inszenierungspraktiken des Christfestes in den Blick.
  2. Kirchliches Handeln sollte das diffuse Bedürfnis der Menschen, dieses Fest mit allen Sinnen als Ereignis, Event – und als x-mas-Party – zu feiern, ernst nehmen und respektieren. Und zwar aus schöpfungstheologischen Gründen.[13] Schließlich geht es ihnen darum, Ja zum Leben zu sagen, sich an den Dingen und Gaben des Lebens zu freuen und sie zu genießen. In der Weihnachtspredigt könnte daher das Thema der göttlichen Gutheißung der Welt im Mittelpunkt stehen. Wo die Freude über die Schöpfungsgaben und das Kommen Gottes überwiegt, hat das homiletische Nachdenken über die Sündhaftigkeit des Menschen genauso sekundäre Bedeutung wie die Fundamentalkritik an der säkularen und exzessiven Festfreude.
  3. Während die Mediengesellschaft Weihnachten in Wort, Bild und Ton als Schlüsselereignis inszeniert, sollten sich die Kirchengemeinden den journalistischen Bedingungen der Realitätskonstruktion nicht verschließen. Aufgabe der kirchlichen Öffentlichkeitsarbeit ist es daher, die Veranstaltungsangebote in der Weihnachtszeit medial als kirchliches Ereignis zu kommunizieren. So könnten Journalisten aus der Region im Vorfeld der Weihnachtsgottesdienste zu einer Pressekonferenz eingeladen werden, in der die Gemeinde nicht nur über die Gottesdienste, karitative Aktionen, das Krippenspiel und die Weihnachtsmusik, sondern auch über das Profil der Kirchengemeinde und die Geschichte des Gotteshauses informiert.
  4. Gleichzeitig ist es wichtig, dem wachsenden Bedeutungsverlust von Weihnachten als Fest der Geburt Jesu mit journalistisch verwertbaren Informationen über den Ursprung des Festes und seinen theologischen Kern zu begegnen. Die Inkulturation des Christentums erfolgt also unter den Bedingungen der Mediengesellschaft durch das Mittel der Information über die religiöse Basisstory.
  5. Konterkulturell wird der sinnentleerten Eventfixierung, dem Lärm der Weihnachtsmärkte und Kaufhäuser allerdings mit der Entdeckung der Stille zu begegnen sein. Aufgabe der Kirchengemeinden könnte es daher sein, die Advents- und Weihnachtszeit als Ereignis der Stille zu feiern. Liturgisch will insbesondere die Stille Nacht am Heiligen Abend sorgsam bedacht sein.
  6. Denn die Stille der Heiligen Nacht verheißt den Menschen, zur Ruhe zu kommen. Im Denken der hermeneutischen Theologie ist die Stille der „eigentliche Raum der Sprache“[14], in der Gottes Liebe spricht. So sehr sich der Prediger und die Predigerin der Ereignisdimension des Festes in der Mediengesellschaft öffnen, so offen sollten sie dafür sein, dass Gott in der Stille der Heiligen Nacht handelt. Auf diese Weise kann der „Augenblick“ im Sinne einer präsentischen Eschatologie zum Kairos werden. Weihnachtlich predigten bedeutet also, vom inkarnationschristologisch ermöglichten und eschatologisch vollzogenen und sich vollziehenden Ereignis der Nähe Gottes zu predigen und daher vom Immanuel (Jes. 7,14). Eine Weihnachtspredigt, die nicht über das Ereignis Gottes, sondern in[15] diesem Ereignisgeschehen redet, ist potenziell selbst ein Ereignis.

Edgar S. Hasse (Jg. 1960) ist promovierter evangelischer Theologe und Redakteur der WELT-Gruppe in Hamburg. Er ist Lehrbeauftragter an der Theologischen Fakultät der Universität Greifswald und der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit und Diakonie in Hamburg. Weihnachten 2011 wird er, von der  Nordelbischen Kirche als Bordseelsorger entsandt, auf einem Kreuzfahrtschiff verbringen.

[1]  Vgl. Edgar S. Hasse: Weihnachten in der Presse. Komparative Analysen der journalistischen Wahrnehmung des Christfestes anhand der „Weihnachtsausgaben“ ausgewählter Tageszeitungen und Zeitschriften (1955-2005), Erlangen 2010.

[2]  Vgl. Kristian Fechtner: Im Rhythmus des Kirchenjahres. Vom Sinn der Feste und Zeiten, Gütersloh 2007, 55-56. Vgl. auch Harvey Cox: Das Fest der Narren. Das Gelächter ist der Hoffnung letzte Waffe, Stuttgart / Berlin 41972, 24: „Weihnachten ist weitgehend zu einem Familienfest geworden, Ostern zu einem Frühlingsereignis, und am Erntedankfest gibt es keinen mehr, dem man danken kann.“

[3]  Vgl. Jan Assmann: Der zweidimensionale Mensch: das Fest als Medium kollektiven Gedächtnisses, in: ders. / Theo Sundermeier (Hg.), Das Fest und das Heilige. Religiöse Kontrapunkte zur Alltagswelt, Gütersloh 1991.

[4]  Vgl. Michael Moxter: Erzählung und Ereignis. Über den Spielraum historischer Repräsentation, in Jens Schröter / Ralph Brucker, Der historische Jesus. Tendenzen und Perspektiven der gegenwärtigen Forschung (BZNW Bd. 114), Berlin / New York 2002, 75.

[5]  Vgl. Martin Seel: Ereignis. Eine kleine Phänomenologie, in: Nikolaus Müller-Schöll (Hg.), Ereignis. Eine fundamentale Kategorie der Zeiterfahrung. Anspruch und Aporien, Bielefeld 2003, 46.

[6]  Rudolf Bultmann: Glauben und Verstehen, Gesammelte Aufsätze, Bd. 4, Tübingen 41984 (11964), 139.

[7]  So auch Martin Nicol: Zwischen Ereignis und Wissenschaft. Über Schwierigkeit und Faszination der Praktischen Theologie, PTh 83 (1994), 69.

[8]  Der Begriff wird hier nicht systemtheoretisch gebraucht, sondern bezieht sich auf den quantitativ gewachsenen Medienkonsum. So verbringt jeder Deutsche zwischen 14 und 49 Jahren durchschnittlich acht Stunden pro Tag mit Fernsehen, Radio, Zeitungen, Zeitschriften und Internet. Vgl. Udo Hahn / Roland Rosenstock: Art. Medien, 5TRT 2 (2008), 765-769.

[9]  Vgl. zum Ereignisbegriff aus publizistikwissenschaftlicher Sicht Hans Mathias Kepplinger: Der Ereignisbegriff in der Publizistikwissenschaft, Publizistik 46 (2001), 116-139.

[10]  Vgl. Niklas Luhmann: Die Realität der Massenmedien, Opladen 21996, 55.

[11]  Matthias Morgenroth: Weihnachts-Christentum. Moderner Religiosität auf der Spur, Gütersloh 2002, 214.

[12]  Vgl. Assmann, a.a. O., 13.

[13]  Vgl. dazu auch Holger Forssman: „Alle Menschen sind mir heute Kinder.“ Weihnachten als Fest der Schöpfung und der Erlösung, Erlangen 1998.

[14]  Ernst Fuchs: Marburger Hermeneutik, Tübingen 1968, 242.

[15]  Vgl. die Differenzierung von Martin Nicol: Einander ins Bild setzen. Dramaturgische Homiletik, Göttingen 22005, 55.

Queen Mary 2 – Der Oceanliner wird noch luxuriöser und schöner als bei der Jungfernfahrt

Hamburg.  Wer schön sein will, muss wochenlang auf dem Trockenen sitzen: Fast einen Monat lang wird der Oceanliner „Queen Mary 2“ bei Blohm + Voss modernisiert. Die umfangreichen Arbeiten beginnen in 50 Tagen.

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Die britische Reederei Cunard investiert dafür nach eigenen Angaben einen „zweistelligen Millionenbetrag“. Nach der Verjüngungskur vom 27. Mai bis zum 21. Juni soll das Kreuzfahrtschiff noch luxuriöser und schöner über die Weltmeere schippern als bei seiner Jungfernfahrt, verspricht die Reederei.

Dass sich die Briten erneut für eine Werft in Hamburg, dem heimlichen Heimathafen des Schiffs, entschieden haben, beweist ihr großes Vertrauen zu Blohm + Voss. Dort werden im 360 Meter langen Trockendock unter anderem alle 172 Suiten mit neuen Schlaf- und Wohnbereichen ausgestattet. Zusätzlich erhält jede Suite neue Kunstwerke. Seit dem Umbau des Schwesterschiffs „Queen Elizabeth 2“ (QM2) von Kohlebefeuerung auf Treibstoff im Jahr 1986 habe die Traditionsreederei nicht mehr so viel Geld in eine Verjüngung ihrer „Queens“ gesteckt, sagte Cunard-Marketingdirektor Angus Struthers.

Neben einer Umgestaltung der Restaurants werden die geräumigen Suiten noch einmal vergrößert. Das Beste vom Besten sei dabei gerade gut genug, so Cunard-Sprecher Ingo Thiel. Die Schiffsdesigner orientieren sich bei der Ausstattung am Stil der Oceanliner der 20er-Jahre. Die „Queen Mary 2“ wurde 2003 fertiggestellt und zum ersten Mal 2005 bei Blohm + Voss aufgehübscht. Auch diesmal dürfte das für den 27. Mai gegen 19 Uhr geplante Eindocken des 345 Meter langen Schiffs viele Schaulustige anlocken. Nach der Fertigstellung fährt die „QM2“ wieder über den Atlantik nach New York.

(mehr darüber: http://www.abendblatt.de/hamburg/article207393673/Schoenheitskur-fuer-Luxusliner-Queen-Mary-2.html

St. Louis – Die Irrfahrt des Hapag-Passagierdampfers mit rund 1000 Juden. Aus den Aufzeichnungen des Kapitäns

 

Louis

Edgar S. Hasse

Im Mai 1939 verließ der Hapag-Passagierdampfer „St. Louis“ mit  937 Juden an Bord den Hamburger Hafen. Auf der Brücke stand der aus Schleswig-Holstein stammende Kapitän  Gustav Schröder, als eine Musikkapelle vor dem Schuppen 76 zum Abschied  „Muss i denn zum Städtele hinaus“ spielte. Noch ahnten weder Crew noch Passagiere,  dass aus dieser Reise eine Irrfahrt auf dem Atlantik  werden sollte.

Denn sowohl Kuba als auch die USA wollten die jüdischen Flüchtlinge nicht aufnehmen. Und das trotz der ursprünglichen Ankündigung der kubanischen Regierung, jenen vor den NS-Pogromen fliehenden Menschen so lange Asyl zu gewähren, bis sie in die USA einreisen konnten.

Längst ist das Schicksal der Irrfahrt  bekannt. Aber die persönlichen Aufzeichnungen des Hamburger Kapitäns waren viele Jahre lang einer breiten Öffentlichkeit nicht zugänglich.  Sein 1949 erschienenes Buch „Heimatlos auf hoher See“ gilt als vergriffen, den Verlag gibt es nicht mehr. In nur noch wenigen Bibliotheken sind allenfalls Kopien ausleihbar.

Dabei sind es gerade die Erlebnisberichte des Kapitäns, die  aus erster Hand die Verzweiflung und die Angst der jüdischen Passagiere vor einer erzwungenen Rückreise in die Nordsee  schilderten. Etliche von ihnen hatten  die Konzentrationslager überlebt. „In ihren Augen war eine furchtbare Angst vor der Rückkehr dorthin zu lesen, aber nicht minder eine feste Entschlossenheit, alles für die Rettung einzusetzen“, notierte Kapitän Schröder. „Wer einmal mit Verständnis in solch verzweifelte Augen geblickt hat, vergisst es nicht.“

Es ist jetzt einem Führungskräfte-Coach zu verdanken, dass die historischen Notizen des Kapitäns jetzt wieder für alle verfügbar sind.  Hans-Peter Etzold aus Andernach am Rhein war von dem mutigen Einsatz des 1959 in Hamburg verstorbenen Kapitäns so sehr berührt, dass er  in Eigeninitiative dessen Aufzeichnungen im Internet veröffentlicht und einleitend kommentiert hat (www.natuerlichteambuilding.de/heimatlos-auf-hoher-see). „Für mich ist dieser Mann ein Held, ein guter Hirte“, sagt Etzold.  „Schröder verstand sich als Team-Player und war fest entschlossen, die ihm anvertrauten Passagiere außerhalb Deutschlands an Land zu bringen.“

Zunächst aber musste der Kapitän seinen Passagieren schlechte Nachrichten verkünden.  Die USA weigerten sich, die Flüchtlinge aus  Deutschland aufzunehmen.  Demonstrativ hatten die Vereinigten Staaten zur Abschreckung Flugzeuge und Küstenwachboote gegen die  „St.  Louis“ eingesetzt. Präsident Franklin D. Roosevelt berief sich in seiner Begründung auf den Immigration Act von 1924, der nur eine bestimmte Quote von Zuwanderern erlaubte.

In den Erinnerungen  von Kapitän Schröder heißt es dazu: „Ich hatte jetzt die traurige Pflicht, meinen Passagieren reinen Wein einzuschenken über die Aussichtslosigkeit einer Landung in Amerika (…)“

Überall an Bord trafen ihn fragende Blicke, wie es nun weiter gehe. „Es roch nach Verzweiflung und Panik“. Während die einzigen fröhlichen Menschen an Bord die Kinder waren, kam es bei den Erwachsenen  zu Nervenzusammenbrüchen und Suizid.  Die Furcht vor einer Rückkehr in deutsche Gewässer war vor allem bei den früheren KZ-Häftlingen  kaum mit Worten zu beschreiben. Gustav Schröder erinnert sich an ein Gespräch mit einem jüdischen Passagier. Der sagte zu ihm:  „Wenn Sie mit dem Schiff heil bis Cuxhaven hineinkommen, dürfen Sie wohl etwa hundert Kabinen leer vorfinden, denn wir fürchten das KZ mehr als den Tod.“

Eine Zeitlang hatte der Kapitän sogar erwogen, das Schiff vor der englischen Küste bewusst auf Grund zu setzen, um so eine Rettungsaktion in die Wege zu leiten. Doch es kam schließlich ganz anders: Die Migranten konnten in Antwerpen ans Land gehen. Gut ein Viertel von ihnen bekam in England Asyl. Sie überlebten.  Zwei Drittel wurden auf Belgien, Frankreich und die Niederlande verteilt.  Später  gelangten diese Menschen in die Fänge der Nazis und wurden in Vernichtungslagern ermordet. Gustav Schröder notierte: „Der Gedanke, dass es Menschen gegeben hat, die erst im KZ waren, dann die Passionsfahrt der ‘St.Louis’ mitmachten, um schließlich im KZ elendig zu verenden, ist mehr als bedrückend.“

Hans-Peter Etzold, der Initiator der   historischen Website, sieht in der verzweifelten Suche der verfolgten  jüdischen Mitbürger nach Schutz etliche Parallelen zur Flüchtlingskrise von heute. „Denn Hass auf andere und Gleichgültigkeit gegenüber Flüchtlingen sind heute fast 80 Jahre später immer noch verbreitet“, sagt er.

Für seinen Einsatz und die Kooperation mit dem jüdischen Bord-Beirat wurde Gustav Schröder 1957 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Der Staat Israel hat ihn in Yad Vashem postum in den Kreis der „Gerechten unter den Völkern“ aufgenommen.  In Hamburg-Langenhorn ist der Kapitän-Schröder-Weg nach ihm benannt.  Zudem gibt es an den Landungsbrücken eine Gedenktafel.

http://www.natuerlichteambuilding.de/heimatlos-auf-hoher-see

Quelle: mein Beitrag im Hamburger Abendblatt, 22.2.2016